Aussichtspunkte in Bensheim gibt es deutlich mehr, als man der Stadt an der Bergstraße auf den ersten Blick zutraut. Vom Staatspark Fürstenlager über die Burgruine Auerbacher Schloss bis zum Melibokus, dem höchsten Punkt der Region, reicht die Auswahl für einen Ausflug mit Weitblick. Wer Wegstrecken und Entfernungen vorher kennt, kann die Tour gezielt nach Zeit und Kondition planen.
Das Wichtigste in Kürze
- Staatspark Fürstenlager: kostenloser Eintritt, ehemalige Sommerresidenz der Großherzöge von Hessen-Darmstadt
- Auerbacher Schloss: Burgruine aus dem 13. Jahrhundert mit begehbarem Nordturm im Stadtteil Auerbach
- Melibokus (517 m): höchster Berg der Bergstraße, 22 Meter hoher Aussichtsturm seit 1966, Bistro am Wochenende
- Felsenmeer in Lautertal: rund 9,5 km langer Rundweg, mit dem Bus ab Bensheim erreichbar
- Alsbacher Schloss: 19,3 Meter hoher begehbarer Bergfried, liegt bereits in der Nachbargemeinde Alsbach-Hähnlein
- Wegstrecken reichen je nach Route von rund 5,6 km bis über 14 km
Inhaltsverzeichnis
Fürstenlager: ruhiger Auftakt mit Weitblick
Die klassischen Aussichtspunkte in Bensheim beginnen für die meisten im Staatspark Fürstenlager. Die rund 46 Hektar große Anlage liegt in einem Talkessel am Übergang vom Odenwald zur Oberrheinebene und war einst Sommerresidenz der Großherzöge von Hessen-Darmstadt. Der Eintritt ist kostenlos, und die Wege durch den englischen Landschaftsgarten führen an der Eremitage von 1787 und mehreren Denkmälern vorbei.
Für einen ersten Weitblick lohnt sich der Rand des Parks Richtung Auerbach: Von dort öffnet sich der Blick über die Weinberge der Bergstraße bis ins Rheintal. Wer den Spaziergang mit dem Auerbacher Schloss verbinden möchte, findet dafür mit der Odenwald-Bergsträßer-Runde eine ausgeschilderte Route von rund 14,7 km Länge und etwa vier Stunden Gehzeit.
Auerbacher Schloss: Burgruine mit Nordturm
Das Auerbacher Schloss im gleichnamigen Bensheimer Stadtteil ist eine Burgruine, die vermutlich ab 1222 durch Graf Diether IV. von Katzenelnbogen errichtet wurde, um die Zollstraße an der Bergstraße zu sichern. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1247. Die Anlage steht auf dem 345,9 Meter hohen Auerberg, ihr Nordturm ist als Aussichtsturm zugänglich und bietet einen freien Blick über die Rheinebene und die umliegenden Weinberge.
Melibokus: der höchste Aussichtspunkt der Bergstraße
Wer einen größeren Aufstieg nicht scheut, erreicht mit dem Melibokus den mit 517 Metern höchsten Berg der Bergstraße. Auf dem Gipfel steht ein 22 Meter hoher Aussichtsturm, der 1966 eingeweiht wurde und einen 1772 errichteten Vorgängerturm ersetzt, der 1945 gesprengt worden war. Von der Plattform reicht der Blick über das Rheintal bis zum Odenwald, an klaren Tagen auch weiter in Richtung Frankfurt. Im Turm gibt es ein Bistro, das samstags, sonntags und an Feiertagen ab 11 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet ist.
Von Bensheim-Auerbach führt der Rundweg „Um den Melibocus an der Bergstraße“ auf rund 5,6 km und in etwa 1 Stunde 47 Minuten zum Gipfel und zurück. Wer alle Aussichtspunkte in Bensheim an einem einzigen Tag verbinden möchte, startet am besten genau hier, da der Melibokus zentral zwischen Auerbacher Schloss und Felsenmeer liegt.
Felsenmeer in Lautertal: lohnender Abstecher
Etwas außerhalb von Bensheim, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, liegt das Felsenmeer im Nachbarort Lautertal. Der ausgeschilderte Felsenmeer-Rundweg ist rund 9,5 km lang und dauert etwa zweieinhalb Stunden, Startpunkt ist der Wanderparkplatz Kuralpe in Lautertal-Staffel. Mit der Buslinie 665 kommt man von Bensheim aus direkt dorthin. Die riesigen, teils bearbeiteten Granitblöcke zwischen den Bäumen gelten als eines der bekanntesten geologischen Naturdenkmäler des Odenwalds und sind besonders bei Familien mit Kindern beliebt.
Alsbacher Schloss: Aussichtsturm in der Nachbargemeinde
Nicht ganz auf Bensheimer Gemeindegebiet, aber als Erweiterung der Tour gut geeignet, liegt das Alsbacher Schloss in der nördlich angrenzenden Gemeinde Alsbach-Hähnlein. Sein 19,3 Meter hoher, runder Bergfried lässt sich über eine Steintreppe und eine Wendeltreppe besteigen und bietet von der Aussichtsplattform einen Blick bis zur Rheinebene, zum nördlichen Taunus und zum westlichen Pfälzerwald. Eine ausgeschilderte Rundtour verbindet Zwingenberg, Schloss Alsbach und den Melibokus auf rund 12,7 km.
Tipps für die Tour zu den Aussichtspunkten
| Ziel | Strecke/Höhe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Fürstenlager | 14,7 km (Kombi-Runde) | kostenloser Eintritt, flach |
| Auerbacher Schloss | 345,9 m ü. NN | begehbarer Nordturm |
| Melibokus | 517 m, Rundweg 5,6 km | Aussichtsturm, Bistro am Wochenende |
| Felsenmeer Lautertal | 9,5 km Rundweg | mit Bus 665 ab Bensheim erreichbar |
| Alsbacher Schloss | Bergfried 19,3 m | liegt in Alsbach-Hähnlein |
- Festes Schuhwerk einplanen, vor allem für den Aufstieg zum Melibokus und die Wege im Felsenmeer.
- Das Bistro im Melibokusturm hat nur am Wochenende geöffnet, unter der Woche gibt es dort keine Verpflegung.
- Wer mit dem Bus zum Felsenmeer fährt, sollte die Abfahrtszeiten der Linie 665 vorher prüfen.
- Für eine entschleunigte Tour reicht bereits der Spaziergang im Fürstenlager, ganz ohne Aufstieg.
Wer nach weiteren ruhigen Ecken abseits der Hauptrouten sucht, wird auch in unseren Geheimtipps für Bensheim fündig, etwa beim Hemsbergturm und dem Kirchberghäuschen.
Fazit
Diese fünf Aussichtspunkte in Bensheim zeigen, wie unterschiedlich ein Ausflug mit Weitblick an der Bergstraße ausfallen kann: vom flachen Spaziergang im Fürstenlager über die Burgruinen bis zum anstrengenderen Aufstieg auf den Melibokus. Wer Streckenlängen und Öffnungszeiten vorher kennt, kommt entspannter zum Ziel. Wer danach noch mehr wandern möchte, findet weitere Routen in unserem Überblick zum Wandern in Bensheim.