Die Geschichte von Bensheim: Von der Ersterwähnung bis heute
Die Geschichte von Bensheim reicht mehr als 1250 Jahre zurück, von einer fränkischen Siedlung bis zur heutigen Kreisstadt an der Bergstraße. Zwischen Marktrecht, Kriegszerstörungen und zwei Hessentagen hat sich viel verändert, geblieben ist die Lage zwischen Odenwald und Rheinebene. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Stationen der Geschichte von Bensheim in chronologischer Reihenfolge.
Das Wichtigste in Kürze
- Erste urkundliche Erwähnung am 20. April 765 als „Basinsheim“ im Lorscher Codex
- Marktrecht seit 956, Stadtrechte urkundlich ab 1320 nachweisbar
- 1803 Übergang an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, 1806 Großherzogtum Hessen
- Zwei Eingemeindungswellen: 1939 (Auerbach, Schönberg, Zell) und 1971 (die übrigen sechs Stadtteile)
- Zweimal Hessentag-Gastgeber: 1976 und 2014
Inhaltsverzeichnis
Die Anfänge
Archäologische Funde zeigen, dass der Bergsträßer Raum bereits vor Jahrtausenden besiedelt war. Als Ort erscheint Bensheim erstmals am 20. April 765 im Lorscher Codex, unter dem Namen „Basinsheim“.
Eine entscheidende Etappe war die Verleihung des Marktrechts durch Kaiser Otto I. im Jahr 956, die den Ort zu einem regionalen Handelsplatz machte. Schon in dieser frühen Zeit spielte auch der Weinbau eine große Rolle für die Region, mehr dazu in unserem Artikel zur Weinregion Bensheim.
1232 kam Bensheim unter kurmainzische Herrschaft, die Stadtrechte selbst lassen sich urkundlich ab 1320 nachweisen. Wie die Menschen in dieser Zeit lebten, zwischen Zünften, Wochenmärkten und Weinbergen, beschreibt unser Artikel zu Bensheim im Mittelalter ausführlich.
Krisen und Kriege
Die Lage an wichtigen Handelsrouten brachte Bensheim wiederholt auch in Konflikte. 1504 belagerte Landgraf Wilhelm II. die Stadt elf Tage lang. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte Bensheim mehrfach den Besitzer, wurde 1644 von schwedischen und französischen Truppen besetzt und erlitt schwere Schäden, bevor es 1650 an das Erzbistum Mainz zurückfiel.
Vom Großherzogtum zur Industrialisierung
1803 kam Bensheim zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die 1806 zum Großherzogtum Hessen erhoben wurde. Mit dem Anschluss an die Main-Neckar-Bahn im Jahr 1846 begann die Industrialisierung, die Bensheim wirtschaftlich voranbrachte.
Wie Bensheim zusammenwuchs
Die heutigen neun Stadtteile kamen in zwei Wellen zur Kernstadt Bensheim-Mitte hinzu:
| Stadtteil | Eingemeindet am |
|---|---|
| Auerbach | 1. April 1939 |
| Schönberg | 1. April 1939 |
| Zell | 1. April 1939 |
| Langwaden | 1. Februar 1971 |
| Schwanheim | 1. Februar 1971 |
| Fehlheim | 1. Juli 1971 |
| Gronau | 31. Dezember 1971 |
| Hochstädten | 31. Dezember 1971 |
| Wilmshausen | 31. Dezember 1971 |
Wie sich die einzelnen Stadtteile heute unterscheiden, zeigt unser Artikel zu den Stadtteilen Bensheim von Auerbach bis Schönberg.
NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg
Im November 1938 wurde im Zuge der Reichspogromnacht die Bensheimer Synagoge zerstört, die jüdische Gemeinde der Stadt erlosch in der Folge. Am 26. März 1945 zerstörten Luftangriffe große Teile der Altstadt, kurz darauf besetzten amerikanische Truppen die Stadt.
Wiederaufbau und Hessentag
Nach dem Krieg folgte der Wiederaufbau, in den 1970er-Jahren dann die Altstadtsanierung mit neuer Fußgängerzone und Parkhäusern. Ein Höhepunkt war der 16. Hessentag vom 5. bis 13. Juni 1976.
Pünktlich zum Landesfest wurde das neue Bürgerhaus eröffnet, das der damalige hessische Ministerpräsident Albert Osswald als „Perle im Kranz hessischer Bürgerhäuser“ bezeichnete. Rund 345.000 Menschen besuchten das Fest, den Festzug verfolgten etwa 200.000 Zuschauer. 2014 war Bensheim ein zweites Mal Hessentag-Gastgeber, diesmal mit 1,325 Millionen Besuchern.
Bensheim heute
Aus der mittelalterlichen Handelsstadt ist längst ein modernes Mittelzentrum zwischen den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar geworden. Wie sich Bensheim heute in Zahlen darstellt, von der Einwohnerzahl bis zu den Partnerstädten, zeigt unser Überblick zur Stadt Bensheim.
Das Bensheimer Wappen
Auch das Stadtwappen erzählt ein Stück Geschichte. Das älteste bekannte Siegel aus dem späten 14. Jahrhundert zeigte noch den Mainzer Erzbischof auf einem Thron, ein Verweis auf die kurmainzische Herrschaft. Nach 1802 wechselte die Symbolik zum hessischen Löwen.
Erst 1929 wurde offiziell das heutige Wappen mit dem Stadtpatron St. Georg festgelegt, der zu Pferd mit einer Lanze einen Drachen besiegt. Diese Darstellung ist schon seit dem frühen 17. Jahrhundert auf städtischen Dokumenten nachweisbar und geht auf eine Abbildung von Matthäus Merian aus dem Jahr 1645 zurück.
„In Rot ein Ritter in goldener Rüstung mit goldener Lanze, der auf einem silbernen Pferd reitend einen im Schildfuß sitzenden grünen Drachen durchbohrt.“
Fazit
Von der fränkischen Siedlung über Markt- und Stadtrechte, Kriege und zwei Eingemeindungswellen bis zu zwei Hessentagen: Die Geschichte von Bensheim ist auch eine Geschichte des Zusammenwachsens. Wer die Spuren dieser Vergangenheit selbst entdecken will, findet in unserem Artikel zu den Historischen Spaziergängen in Bensheim 2025 passende Routen durch die Altstadt.